Rolf Keller: Wie hält Vitra Designmöbel im Kreislauf?
Shownotes
Wie hält Vitra Designmöbel im Kreislauf? In dieser Folge des Design Perspectives Podcasts sprechen wir mit Rolf Keller, Head of Circularity bei Vitra, darüber, wie aus Möbeln ein funktionierendes Kreislaufgeschäft wird. Am Beispiel des „Vitra Circle for Contract” geht es um Rücknahme, Aufarbeitung und den erneuten Einsatz gebrauchter Möbel. Und darum, wie Ressourcenschonung wirtschaftlich funktioniert und welche Erkenntnisse aus dem Refurbishment in die Produktentwicklung fließen.
👤 Rolf Keller – Head of Circularity bei Vitra (LinkedIn)
🎙️ Moritz Marder – Industriedesigner & Markenstratege (LinkedIn)
📌 Takeaways:
Drei Schritte bilden das Geschäftsmodell: Vitra Circle for Contract umfasst den Einkauf gebrauchter Möbel, ihre Aufarbeitung und den Verkauf. Keller betont, dass der Betrieb sowohl zur Ressourcenschonung beitragen als auch wirtschaftlich tragfähig sein soll.
Vitra prüft Rückkaufangebote einzeln: Eine Rücknahme muss sich unter anderem logistisch lohnen. Auch Mindestmengen, verfügbare Ersatzteile, die mögliche Aufarbeitung auf nahezu neuwertigen Zustand und die Marktchancen spielen laut Keller eine Rolle. Deshalb sagt Vitra manchen Angeboten ab.
Refurbishment gibt Impulse für die Produktentwicklung: Keller sagt, dass viele Klassiker ursprünglich nicht auf eine einfache Aufarbeitung in großen Stückzahlen ausgelegt waren. Aus den Erfahrungen mit den Produkten ergeben sich Hinweise für Reparierbarkeit, Modularität, Gleichteile und die Kompatibilität von Produktgenerationen.
Die CO_2-Einsparung hängt vom Produkt ab: Keller nennt im Schnitt 60 bis 90 Prozent Einsparung gegenüber dem jeweiligen Neuprodukt. Die Berechnung hängt von der Konfiguration ab und kann verwendete Ersatzteile sowie Transport berücksichtigen.
Design Perspectives Der Podcast des German Design Council Wie können wir Design als Hebel für Transformation und wirtschaftlichen Erfolg nutzen? Darüber sprechen wir mit Persönlichkeiten aus Design, Markenführung und Architektur. Sie geben Einblicke, wie Transformation, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg im Unternehmen Hand in Hand gehen können. Interessant, informativ, inspirierend.
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🕐 Kapitel: 01:20 – Kreislaufwirtschaft zwischen ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit 06:56 – Vitra Circle for Contract: die drei Säulen des Modells 08:14 – Gebrauchte Möbel zurückgewinnen: Beschaffung und Auswahl 13:14 – 2.500 Bürostühle: vom Rückkauf zur Wiederverwendung 15:12 – Was beim Refurbishment eines Stuhls passiert 18:59 – Wirtschaftlichkeit, Qualität und Garantie 27:06 – Kommunikation, Umweltaussagen und digitaler Produktpass 32:22 – CO_2-Einsparungen durch aufgearbeitete Möbel 34:17 – Was Refurbishment über gutes Produktdesign lehrt 42:33 – Tipps für Unternehmen: ausprobieren und vorhandene Ressourcen nutzen
EN
How Does Vitra Keep Its Furniture in Circulation? In this episode of the Design Perspectives podcast, we talk with Rolf Keller, Head of Circularity at Vitra, about how furniture can be transformed into a functioning circular business. Using the “Vitra Circle for Contract” as an example, we discuss the collection, refurbishment, and reuse of used furniture. We also explore how resource conservation works from an economic perspective and what insights from refurbishment are incorporated into product development.
👤 Rolf Keller – Head of Circularity at Vitra (LinkedIn) linkedin
🎙️ Moritz Marder – Industrial Designer & Brand Consultant (LinkedIn)
📌 Key takeaways:
The business model has three steps: Vitra Circle for Contract involves sourcing used furniture, refurbishing it and selling it. Keller stresses that the operation should contribute to resource conservation while also being economically viable.
Vitra assesses buy-back offers individually: A take-back needs to make logistical sense. According to Keller, minimum quantities, the availability of spare parts, whether a product can be refurbished to an almost-new condition, and its market prospects all play a role. That is why Vitra sometimes declines offers.
Refurbishment informs product development: Keller says many of Vitra’s classics were not originally designed to be easily refurbished at scale. Experience with these products informs considerations such as repairability, modularity, shared components and compatibility between product generations.
CO_2 savings depend on the product: Keller cites average savings of 60 to 90 per cent compared with the equivalent new product. The calculation depends on the configuration and can take replacement parts and transport into account.
🎧 Design Perspectives Podcast The podcast by the German Design Council How can we use design as a lever for transformation and economic success? We talk to personalities from design, brand management and architecture. They share insights into how transformation, sustainability and business success can go hand in hand. Interesting, informative, inspiring.
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🕐 Chapters: 01:20 – Circularity: bringing ecological and economic sustainability together 06:56 – Vitra Circle for Contract: the three pillars of the model 08:14 – Sourcing used furniture: take-back and selection 13:14 – 2,500 office chairs: from take-back to reuse 15:12 – What happens during chair refurbishment 18:59 – Business viability, quality and warranties 27:06 – Communication, environmental claims and digital product passports 32:22 – CO_2 savings from refurbished furniture 34:17 – What refurbishment teaches us about good product design 42:33 – Advice for companies: experiment and use existing resources
Transkript anzeigen
00:00:02: Ein konstruktiv.
00:00:02: dahinter sind es aber die gleichen Teile, die verbaut werden und somit eben kann man auch spielen.
00:00:07: Man kann auch wunderbar Aluminium-Chairs in Software Chairs konvertieren oder andersrum.
00:00:11: Also die Klarheit und gleichteile Verwendung sind definitive Elemente, die das erst richtig möglich machen.
00:00:19: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Design Prospektives, dem Podcast des German Design Council.
00:00:25: Ich bin Katharina D'Silva, Chefredakteurin des gleichnamigen Magazins und heute sprechen wir darüber wie circular design in der Praxis funktioniert!
00:00:34: Dazu haben wir Rolf Keller zu Gast – er ist Head of Circularity bei VITRA.
00:00:38: Die Moderation der heutigen Folge übernimmt Moritz Mada und damit übergebe ich direkt an ihn.
00:00:43: Viel Spaß!
00:00:48: Vielen Dank liebe Katharina und herzlich willkommen lieber Rolf Keller, Head of Circularity bei Vitra.
00:00:53: Haben wir schon gehört?
00:00:54: Vielen Dank Moritz!
00:00:56: Ganz kurzen paar Key Facts, Vitra.
00:00:57: Ich bin da von der letzten Zeit gegründet und seit Jahrhundert neun gibt es schon den ersten Circular Store und auch das Programm Circle for Contract ist rund um dich gewachsen, der du seit sieben Jahren bei Vitra bist und wir wollen ja heute sprechen über Refurbishment, Zirkularität und das Zurückholen und wieder aufwerten von Produkten und was das Ganze auch mit Design zu tun hat.
00:01:22: Vielleicht kannst du uns mal direkt mitnehmen, wie dein Arbeitsalltag da so aussieht?
00:01:26: Und du hast es ja selbst als Start-up im Unternehmen beschrieben.
00:01:29: Fühlt sich das immer noch an?
00:01:31: Ja, zu allererst Moritz vielen Dank für die Einladung!
00:01:36: Es fühlt sich definitiv nach bevor wir ein Start up haben.
00:01:39: Wir haben vor knapp drei Jahren Vitra Circle for Contract begründet einerseits mit der ganz klaren Absicht einen großen Beitrag zur Ressourcenschonung in unserer Produktion, letztendlich in unsere Wertschöpfung zu erbringen.
00:01:54: Aber gleichzeitig auch immer das Ziel ein Geschäftsbetrieb aufzusetzen der sich nachhaltig betreiben lässt einfach damit man nicht den perfekten Piloten baut Das Leuchtturmprojekt was jede Menge Reach bekommt Aber eigentlich für die Marke oder eben auch für das Unternehmen lediglich eigentlich Abstrahleffekte, für die Neuprodukte realisiert.
00:02:18: Sondern ein in sich geschlossener funktionierender Betrieb.
00:02:22: und ich glaube es ist ganz wesentlich, dass man so gesehen die ökologische Nachhaltigkeit mit einer ökonomischen Nachhaltlichkeit dann auch in Verbindung setzt.
00:02:30: Ach super,
00:02:32: jetzt habe ich mich unterbrochen.
00:02:32: Das hat gerade was getriggert bei mir ökologische und ökonomische Vorteile Hand in Hand.
00:02:38: also nicht nur weil das auch das Grundprinzip des German Design Council ist um mir einen kurzen kleinen Werbeblock einzuschieben sondern auch weil mich das als Designer aus den frühen Zeiten von Cradle to Cradle noch begleitet wo Professor Braunhardt immer gesagt hat Nicht bloß Öko Romantik sondern ökonomisch muss etwas passieren sonst bewegt sich nichts.
00:02:58: Das Spannende finde ich an der Kreislaufwirtschaft unter anderem auch, dass sich die beiden Dinge gar nicht unbedingt ausschließen.
00:03:04: Sondern eigentlich eben sehr Hand in Hand gehen.
00:03:07: Zum Beispiel wenn ich es schaffe aus Rohmaterial, also eben aufgekauften alten Möbeln ... Wenn ich es dort schaffe den Wiederverwendungsgrad möglichst hochzuhalten, spare ich einerseits Ressourcen im ökonomischen Hinsicht aber eben auch ein ökologischer Hinsich Und das ist total spannend, finde ich.
00:03:27: Weil in der linearen Wirtschaft ist es ja meistens so wenn man eben besonders ökonomisch sein will dann wird man vielleicht auf Materialien zurückgreifen die nicht den allerbesten Footprint haben oder man greift auf Zulieferer zu die vielleicht am anderen Ende der Welt sitzen und in einer Kreislaufwirtschaft eben ist dieser Zusammenhang einfach gebrochen.
00:03:50: eben, es lassen sich sehr gut beide Ziele auch realisieren.
00:03:53: Und eben nochmal so zu deiner Eingangsfrage, eben fühlt es sich nach wie vor wie ein Start-up an.
00:03:58: definitiv ja.
00:03:59: also wir sind ein kleines Team bei Vitra was dieses Geschäft steuert und wachsen lässt natürlich immer im Verbund mit unseren Märkten.
00:04:09: Es ist ein Team das super passioniert eben an diesen beiden Zielen auch arbeitet.
00:04:15: Ja, wir verstecken uns am Ende des Tages nicht hinter unseren Titeln.
00:04:19: Wir tun was getan werden muss im Dienst der unserer Kundinnen und Kunden.
00:04:23: Und ja von daher würde ich sagen mit vielen Freiheitsgraden die wir im Unternehmen haben sind wir so viel Start-up wie Start up in einem mittelständischen Unternehmen wie unserem sein kann.
00:04:35: Wie ist dein Team aufgestellt?
00:04:36: Du hast dich selbst Einkäufer und Vertriebler zugleich genannt, aber du bist ja auch noch mit deutlich mehr Hüten unterwegs.
00:04:46: Am Ende des Tages haben wir oder verfolgen wir in unserem Geschäftsbetrieb drei Kernaktivitäten.
00:04:52: das eine ist der Einkauf von gebrauchten Möbeln Das andere ist die Verarbeitung... Das Procure Mensch wird
00:05:00: es später noch so verwenden
00:05:01: Genau, das Procurement.
00:05:02: Das sozusagen das Aufarbeiten und das Processing.
00:05:06: Und dann letztendlich ist auch die Verkaufsseite.
00:05:07: Und entlang dieser drei Aktivitäten ist auch mein Team strukturiert, betreibt er es natürlich nicht alleine.
00:05:15: Die Einkaufs- und die Verkäufsseiten sind in aller Regel gebündelt eben bei einer Person von Projekt zu Projekt einfach weil eben häufig da wo wir Produkte verkaufen also Circle Produkte gibt's auch Produkte wieder zum zum Zurückkaufen und daher ergeben sich sehr große Synergien.
00:05:34: Und der Bereich des Processings, der wird gesteuert durch ein Subteam im Team die sich wirklich spezialisieren auf den ...
00:05:43: bzw.,
00:05:44: die sie gar nicht spezializieren, die eben die gesamten Bandbreite von Rückwärtslogistik über die Refurbishment-Steuerung über Ersatzteilsteuerungen übernehmen und damit eigentlich ein gesammtes Supply Chain Management auch so gesehen durchführen.
00:06:01: Ich habe auch gelesen, dass Vitra bis zwei tausendfünfzig netto positiv sein möchte und das der Anspruch ist jedes Produkt über den Lebenszyklus zu begleiten.
00:06:10: Das scheint ja dann auch so zu sein als der Lebenszykus niemals niemals endet.
00:06:14: wenn man sich die circular stores für wie to see anguckt Wenn ich das richtig verstanden mit den Stores diesen btc Und da kann man Produkte kaufen, wie man ... Also als ... Kann ich reinlaufen und habe vielleicht Glück und finde noch einen tollen aufgearbeiteten Stuhl.
00:06:31: Und sag uns nochmal ganz kurz zu den Paketen in Richtung Kunde.
00:06:35: also es gibt ja das As-as-Service Modell dass sich wenn nicht Möbel kaufe auch direkt das Refurbishment ab einem gewissen Zeitraum mit dazu kaufen kann oder Ich werde einfach Kunde von bereits gerefurbischten Produkten Wenn ich das richtig verstanden hab, oder?
00:06:50: Ja, so und etwa.
00:06:51: Also wir haben ... Wir bedienen bei Vitra Circle for Contract eben was unsere Contract-Kunden, unsere Geschäftskunden bedient.
00:06:59: Haben wir drei Säulen.
00:07:00: die erste Säule sind Refurbished Produkte.
00:07:03: Wir haben ein Lager mit um den um die fünftausend sechstausende Produkte, die wir einkaufen, die wird zurückgekauft haben, die bei uns lagern bis wir einen konkreten Kundenauftrag für die Möbeln haben.
00:07:15: dann startet erst der Refurbishment Vorgang.
00:07:18: Darüber hinaus refurbischen wir auch in Dienstleistungen.
00:07:22: Das heißt, Stand der unseren Kunden gehört, der eben auch in der Regel On-Site genutzt wird kann beispielsweise während Renovierungsarbeiten bei uns auch zentral refurbished werden.
00:07:36: also eben da wird zum Beispiel aus einem dreißig Jahre alten Stuhl eben wirklich wieder ein neuwertiges Möbel.
00:07:43: Das ist die Säule zwei und die Salle drei sind Rücknahmedienstleistungen.
00:07:47: Die letzten Endes eben, die Sälle eins überhaupt ermöglichen weil wir können letztendlich ja nur verkaufen im Produktbereich was wir auch Zucht gekauft haben davor.
00:07:57: Und wie kommt ihr ran an die gebrauchten Mögel?
00:08:00: Also da muss man ja genau wissen wer jetzt wo irgendwo was gekauft hat um dann anzufragen wenn sie auch alt sind oder wenn die jetzt ausziehen oder sich die Firma auflöst oder...
00:08:08: Ja also tatsächlich kommt das Groh der Produkte, die wir zurückkaufen über Projekte zu uns wo wir entweder Circle-Produkte oder Neuprodukte verkaufen.
00:08:20: Denn eben gerade ja es ist einfach eben häufig der Fall dass ein Büro nicht komplett neu aufgesetzt wird sondern ein bestehendes Objekt optimiert wird erweitert wird Flächen neu gemacht werden und entsprechend gibt es dort auch Bestand.
00:08:34: Und glücklicherweise wird heutzutage dann schon die Frage gestellt, was machen wir denn mit dem Altbestand?
00:08:39: Gibt's da Möglichkeiten eben den Bestand wieder einzusetzen oder ebenfalls das auch nicht unbedingt gegeben ist aufgrund der sich komplett eigentlich wandelnden Ästhetik in einem Raum?
00:08:51: Eben gibt es dann die Möglichkeit, dass wir sie zurückkaufen.
00:08:55: Da kommt das Gro her und wir gehen auch immer mehr wirklich gezielt auf Akquise schauen zum Beispiel zurückblickend die letzten twenty-fünf Jahre, wer sind unsere Kundinnen und Kunden gewesen?
00:09:08: Und pitchen da aktiv eben auch die Rücknahme.
00:09:11: Auch das Refurbishment.
00:09:13: Und letzten Endes gucken wir auch dass wir im regelmäßig Anzeigen schalten auf Plattform jeglicher Art damit Kundinnen Kunden wissen bei Vitra kann ich ja meine Möbel verkaufen Und das ist ein Bereich, den wir sicherlich mehr und mehr ausarbeiten werden.
00:09:32: Weil eben der Einkauf schon der herausforderndste Bereich für uns ist, weil er letzten Endes auch unser Wachstumspotenzial limitiert perspektivisch.
00:09:43: Deswegen müssen wir da einfach sehr effizient und aber auch gleichzeitig sehr effektiv sourcen.
00:09:49: Das klingt ja fast ein bisschen als wenn Neben was ihr kriegen könnt, habt ihr auch schon mal Nein gesagt zu irgendeinem Posten?
00:09:55: Ja.
00:09:55: Wir müssen immer wieder bei Angeboten Nein sagen.
00:10:02: Jedes Angebot schauen wir uns individuell an.
00:10:06: Es gibt logistische Aspekte die einfach berücksichtigt werden müssen.
00:10:10: Das macht beispielsweise für unser Hersteller keinen Sinn Ein einzelnes Produkt Tausende Kilometer weit weg irgendwo abzuholen.
00:10:18: Da sind die Transaktions- und Logistikkosten einfach viel zu groß, es lebt einfach von einem gewissen Mindestvolumen und das lebt letzten Endes von Produkten, die wir so refurbischen können dass sie quasi neuwertig sind.
00:10:31: Das ist das was der Markt von uns erwartet als Hersteller und das ist auch unser Anspruch, dass wir eben wirklich eine ja quasi fast Neuwertige Ästhetik auch realisieren können und das können wir eben ausschließlich dort tun wo wir natürlich nach wie vor Ersatzteile bekommen.
00:10:45: Das heißt, Produkte die vor Jahrzehnten schon outgefaced sind und die potenziell keine Ersatzteile mehr zur Verfügung stellen machen es uns doch schon herausfordernder als jetzt.
00:10:57: eben Produkte, die in unserem aktuellen Programm sind oder eben solche, die schon vor vielen Jahren ausgelaufen sind aber die wir aufgrund ihrer Wichtigkeit nach wie vorn mit Ersattsteilen versorgen.
00:11:07: das betrifft vor allem auch die Bürodrehstühle, wo wir es mit mechanischen Komponenten zu tun haben.
00:11:16: Gasfedern, Armlehnen, Rückenmechaniken... Da ist es einfach ganz zentral, dass man da sicherstellen kann.
00:11:24: eben diese Mechanik ist nach wie vor oder wird viele Jahre weiterhin ihren Dienst leisten und das kann ich nur dann garantieren wenn wir danach Vorhersatzteile haben.
00:11:33: Das ist sozusagen so, würde ich mal sagen fast der Oder kann ein KO-Kriterium sein, gerade bei komplexeren Möbeln?
00:11:43: Was auch ein Thema ist, ist sicherlich die pure Relevanz.
00:11:48: Es gibt bestimmte Möbel aus der Vergangenheit, die haben in einem gewissen Rahmen eine Relevance verloren – zumindest mal sind diese Märkte für uns nicht mehr so gut adressierbar wie das vor vielen Jahren der Fall war.
00:12:02: Zum Beispiel der Bereich für Storage-Lösungen.
00:12:06: Das sind Zeitalter von papierlosen Arbeiten in ihrer Wichtigkeit gesunken und deswegen kaufen wir tendenziell eher seltener große Lots ausschließlich an Storagemöbeln auf, weil wir den Markt nicht so gut adressiert bekommen und dann verursachen aufgekaufte Möbel natürlich jede Menge Lagerkosten, Logistikkosten die gedeckt sein müssen.
00:12:28: Und da hat man manchmal einfach gar keine andere Wahl als eben auch Nein sagen zu müssen, was nicht immer ganz leicht fällt.
00:12:34: Weil man natürlich eben einerseits einkauft aber gleichzeitig kauft man ja einen von Kunden
00:12:42: Ja und der Anspruch ist ja auch toll das Kunden dann wirklich aktiv auf euch zukommen sagen hey Mensch Der ist nicht mehr ganz frisch hier der Bürostuhl Aber ich mag den gerne.
00:12:52: Ich würde ihn so gerne refurbischen lassen wenn an die Kosten das Überschreiten, dann muss man vielleicht doch von total Schaden sprechen.
00:12:58: Aber kannst du uns mal ... Darf ich fragen nach einem konkreten Case?
00:13:02: So ein Ankauf aus jüngerer Zeit und was da auch genau passiert
00:13:07: usw.?
00:13:08: Klar!
00:13:10: Also wir haben beispielsweise vor Kurzem den letzten Badge vom großen Rückkauf abgeholt.
00:13:19: insgesamt zweieinhalb Tausend Büro-Drehstühle.
00:13:23: von der deutschen Versicherung haben wir in eigentlich drei Abschnitten oder vier Abschnitte realisiert.
00:13:31: Immer Lkw-weise wurden die Bürodrehstühle abgeholt, die waren fünfzehn Jahre lang in guter Nutzung und er sollten dann ersetzt worden.
00:13:41: Zum Glück hatten wir da einfach auch die Möglichkeit, dann die Bürodrehstuhle aufzukaufen, weil das eben früher ...
00:13:49: Sorry?
00:13:50: In welchem Ort?
00:13:52: Das war in Nordradschland Und letzten Endes hat der Einkäufer auch sehr viel Wert darauf gelegt, was mit den existierenden Stühlen passiert.
00:14:03: Was wunderbar ist.
00:14:04: Wir haben das auch sehr aktiv gepitscht.
00:14:07: Wenn man so in die Vergangenheit guckt – vermutlich wenn der Case jetzt irgendwie vor fünf Jahren aufgepoppt wäre irgendwo – dann wär das Mindset bei unseren Kundinnen und Kunden noch gar nicht da gewesen weil irgendwie auch kein Markt für refurbishede Büromöbel existierte zumindest mal nicht in der Breite.
00:14:24: Und das hätte bedeutet, dass eben diese zweieinhalb Tausend Stühle den Weg ins Recycling gefunden hätten.
00:14:29: Wenn man das mal irgendwie hochrechnet – das sind zehn komplette Lkw voll, fünfzehn bis achtzehnt Tonner allein das Material, das sind vierzig Tonnen umgerechnet.
00:14:41: Also wenn man da davor steht, das läuft einem wirklich eiskalt den Rücken runter.
00:14:44: Muss man echt sagen?
00:14:45: Ja,
00:14:46: Wahnsinn!
00:14:46: Mir geht es immer so beim Messen, wenn man sieht was in einigen Tagen sich einfach in Müll verwandelt.
00:14:53: Super hochwertige Materialien und ein paar Tage später ist dann hier... Das ist eigentlich ganz schön visuell.
00:14:59: Sehen wir die vollen Lkw jetzt und die fahren dann zu euch auf dem Hof.
00:15:03: und dann die Produkte, du hattest vom Circular Harbour gesprochen,
00:15:07: das kannst du dir
00:15:07: mal noch einmal erklären.
00:15:09: Genau, wir holen die dann eben ab aus der Fläche heraus oder aus einem Lager heraus.
00:15:14: In dem Fall war es aus dem Lager raus.
00:15:17: Eben bringen sie bei uns in den Circle Hub und dort wird wirklich jedes dieser Produkte einzeln in die Hand genommen entlang quasi aller mechanischen Komponenten aller Funktionen auch getestet.
00:15:31: Jedes Produkt bekommt dann auch einen Refurbishment Pass.
00:15:34: also da findet sehr viel Handarbeit statt, sehr viele Sortieren.
00:15:39: Wir sind zwischenzeitlich auch bei diesem Büro Drehstuhl.
00:15:42: Das haben wir quasi bei dem Batch noch nicht gemacht, aber eben beim Nachfolgenden war das gemacht.
00:15:48: Eben gehen wir in die komplette Demontage.
00:15:50: also wir nehmen den gesamten Stuhl in die Einzelteile auseinander Die werden wiederum sortiert.
00:15:57: da wird dann gereinigt eben Komponenten einfach so dass sie wirklich danach wieder hygienisch und eben auch optisch sehr gut aussehen.
00:16:04: Aluminium Teile beispielsweise werden aufpoliert, wo notwendig auch geschliffen und diese neuwertige Ästhetik auch wieder zu realisieren.
00:16:15: Mechanische Komponenten werden repariert, beispielsweise eine Armlehnenmechanik.
00:16:21: Nach fünfzehn Jahren treuen Dienstes kann es mal sein dass da eine Mechanik eben auch zum Beispiel aufgrund einer falschen Lagerung einfach gelitten hat.
00:16:31: Da muss man die Armlehne nicht einfach recyceln, sondern die kann man eben entsprechend wenn man der Hersteller ist aufschrauben.
00:16:38: Einige ja Parts quasi ausbauen um dann wirklich nur ein mini kleines Stiftchen auszutauschen was dafür verantwortlich ist dass die das die Mechanik arretiert.
00:16:49: Das gleiche auch bei einer Rücken oder einer Sitzmechanik.
00:16:53: Die können wir eben auch aufarbeiten zusammen mit unserem Zulieferer von von diesen Mechaniken.
00:17:02: Und da kann ich eben sehr, sehr viel tun.
00:17:05: Bezüge machen wir in aller Regel neu.
00:17:08: Gerade bei so einem Drehstuhl der fünfzehn Jahre lang im Dienst war bringt es den Vorteil mit sich, dass ich wirklich auch eine hygienische Neuwertigkeit herstellen kann und eben auch die Möglichkeit dieses Produkten um gewissen Rahmen spezifizierbar zu machen also eben für den nächsten Kunden dann auch in einer neuen Farbe, in einer anderen Stoffart anbieten kann.
00:17:35: Genau!
00:17:36: Ja und mittlerweile sind diese zweieinhalb, tausend Drehstühle, die sind mittlerweile alle schon wieder weg.
00:17:42: Die sind in diversen Kundenprojekten eingesetzt – in ganz Europa von Kleinstunternehmen bis hin zu Großunternehmens oder DAX-Unternehmern.
00:17:54: ja da gibt es eigentlich mittlerweile keine klaren Kundengruppen mehr.
00:17:59: oder eben, dass man sagen würde das wird jetzt ausschließlich irgendwie von Startups gekauft ganz im Gegenteil.
00:18:04: Refurbishment ist ein Stück weit wirklich auch im Mainstream angekommen.
00:18:08: Impositiven!
00:18:10: Ja auch über das Bewusstsein, dass danach gefragt wird.
00:18:12: Das finde ich ja toll.
00:18:13: also auch wie ihr das kommuniziert da will ich später auch noch ein paar Fragen dazu los werden.
00:18:19: jetzt gerade viel mehr.
00:18:19: nur die rein rechnerische Seite ne?
00:18:22: Also ich glaube ökologisch da hast du ja auch vorgespricht schon viel drüber gesprochen Da sind ja auch einige Zahlen veröffentlicht grade CO-Zwei was trotz der LKW fahrt dann gegenüber einem Neuprodukt und schlagbar ist.
00:18:35: aber sag gern auch nochmal zu den wirtschaftlichen Teilen vielleicht sogar was zu herstellen, also Materialkosten sagen kannst.
00:18:42: Weil Aluminium stelle ich mir vor ist ja auch relativ teuer.
00:18:45: und dann frage nochmal die ist vielleicht jetzt ein bisschen blöd?
00:18:48: Ich stelle sie aber trotzdem noch kauft ihr das so einer deutschen Versicherung dann ab schon oder?
00:18:51: Also so einen Restwert?
00:18:53: Ja genau.
00:18:55: Wir kaufen in aller Regel die Möbel zurück.
00:18:57: es gibt auch Cases in denen wir lediglich offerieren können die Mönbels so abzuholen wie sie sind eben einfach weil sozusagen der ökonomische Rest wert eben mehr oder weniger gerade auf dem Level ist, wie die Kosten, die wir verursachen durch die Abholung, Rückholung.
00:19:15: Ein Lagerungen auf unbestimmte Zeit.
00:19:19: Genau rein von den Refurbishment-Kosten.
00:19:23: das Geschäft lebt operativ natürlich schon auch einfach von dieser möglichst hohen Wiederverwendungsquote.
00:19:30: Wir sind bei WITRA da sehr streng was wieder Verwendungen anbelangt weil wir letzten Nennens eben Hersteller sind der für Qualität steht und der eben auch für Qualität steht im Refurbishment Bereich, das heißt wir akzeptieren da keine Kompromisse.
00:19:47: Aber jetzt gerade durch so Teile wie Aluminium – Aluminum altert faktisch nicht.
00:19:53: Also es wäre durch zu sagen man tauscht Aluminiumsteile aus.
00:19:59: Aluminums Teile lassen sich wunderbar aufpolieren und schleifen und in einen neuwertigen Zustand bringen.
00:20:03: Also kostenseitig, so ganz klar sagen haben wir als Unternehmen ein Anreiz daran eben die Wiederverwendungsquote möglichst zu erhöhen.
00:20:13: Und deswegen gehen wir auch so Schritte ein dass wir sagen Wir reparieren Mechaniken, wir reparieren Armlehenmechaniken.
00:20:19: Wir schauen das beispielsweise Poliamidrücken Teile eben Komponenten wieder verwendet werden können.
00:20:27: Gleichzeitig stellen wir als Hersteller nur auch sicher, dass dadurch eben in kannster Weise die Stabilität gefährdet ist.
00:20:33: Wir haben ein eigenes Testcenter und da werden alle neuen Refurbishment Fälle, die wir so durchgehen wirklich ganz akribisch getestet und unter absoluten Worst Case Bedingungen getestete.
00:20:45: Und wie sind so die Zeiträume?
00:20:47: Also vielleicht auch eine Frage nach der Garantie.
00:20:49: Ich glaube, neue Produkte haben dreißig Jahre-Garantie wenn ich das richtig mitbekommen habe.
00:20:53: auf die Aufbereiteten gibt ihr fünf bis zehn glaub ich je nach Produktkategorie und
00:20:58: zwei
00:21:00: bis zehn.
00:21:02: Das ist wahrscheinlich auch geknüpft an die Service-Modelle.
00:21:05: also wenn ich dass jetzt refurbished mit einem ersten Service kaufe, damit sich dann weiß für eine bestimmte Produktgruppe es eher nach zwei Jahren oder anderen, nach fünf oder nach zehn Jahren.
00:21:14: Dass die dann einmal zurückgeholt und aufgearbeitet werden?
00:21:19: Also es unterscheidet, muss sehr stark auch nochmal unterscheiden eben von Produkt zu Produkt und auch von Kunden-Projektgröße.
00:21:28: also in aller Regel wenn wir Geschäftskundenprojekte im größeren bedienen wären da auch separate Garantie-Terms oder sind Teil der Vertragsverhandlung.
00:21:40: Aber ebenso in der Breite sind wir bei zwei bis zehn Jahre auf das refurbishte Produkt, also dass der Aluminium und der Softpadshare beispielsweise mit eines unserer ikonischsten Produkte die erhalten ausnahmslos zehn Jahre Garantie.
00:21:55: Wir könnten vermutlich auch dreißig Jahre absolut problemlos geben als Hersteller weil Aluminum rein ist das Hauptmaterial de facto nicht.
00:22:06: Es ist vielmehr eigentlich eine vertriebstaktische Entscheidung, auch oder auch Produkt- taktische Entscheidungen dass wir eben sagen ja wenn man das refurbishede Produkt wirklich auch komplett auf das Neuprodukt Level hebt wie kann man sich denn dann auch noch differenzieren zumal wir ja auch für das refarbishede produkt gewisse preisvorteile unseren Kunden bieten.
00:22:29: also in aller Regel sind wir dabei zwischen fünfzehn bis fünfundzwanzig Prozent günstiger gegenüber einem neuem Produkt.
00:22:34: Mhm.
00:22:36: Und die sind ja heiß begehrt, ne?
00:22:37: Also ihr habt da schon so was wie eine Warteliste...
00:22:40: Ja genau!
00:22:42: Das ist noch ganz kurz vielleicht so eine gemischte Frage mal wieder, wie ich sie gerne stelle.
00:22:48: Ihr habt ja zusätzlich noch, er hat zu Anfangs gesagt, dass sich nicht nur Startups dafür entscheiden, also in welchen Zyklen denken die Unternehmen glaube ich, die sich für den Service entscheiden?
00:23:04: Also genau, das sind von bis KMUs bis Großunternehmen.
00:23:09: Auch eben von der Industrie her kannst du sie nicht wirklich festmachen und mal sagen was sie eint ist der grundsätzliche Wert dem Sie den Bestand geben.
00:23:20: Sie wissen was sie haben und das andere ist einfach ein sehr bewusster Umgang mit Ressourcen.
00:23:28: also wir haben beispielsweise gerade so einen Projektfall da gehen wir nächste Woche in die Auslieferung.
00:23:34: Das ist ein mittelgroßes Unternehmen hier in der Schweiz, klein bis mittelgross Unternehmens um die hundert Mitarbeiter.
00:23:42: Das Unternehmen befindet sich jetzt gerade in der Transition von der ersten Generation in die zweite Generation und eben als Teil der Übergabe sind einfach auch die Möbel dahin begriffen.
00:23:53: und dem Patron war es einfach sehr wichtig zu sagen, dass jetzt beispielsweise die Konferenzstühle die dreißig Jahre lang treue Dienste geleistet haben.
00:24:01: Dass sie in bestmöglicher Form dann auch wieder weitergegeben werden können an die nächste Generation und eben damit auch den Initialschuss gegeben hat quasi so das fix machen oder quasi eben wieder bereit bringen für die nächste Dekade oder eben die nächsten Dekaden der Nutzung.
00:24:19: und somit denken da wirklich viele Unternehmen auch gerade Familienunternehmen wirklich in Generationen.
00:24:25: Und die Stühle, die werden mit Sicherheit wieder dreißig Jahre lang sehr treue Dienste leisten und im Zweifelsfall dann auch wieder eben mit dem Wechsel zur nächsten Generation dann auch übergeben.
00:24:34: Das sind dann einfach auch Cases, die bringen einfach so einen gewissen emotionalen Wert bei uns mitten.
00:24:40: Die machen das natürlich besonders viel Spaß!
00:24:43: Ja, und die Wartelisten?
00:24:46: Wer steht da Schlange und wie lange?
00:24:48: Also ... Genau, die Wartelisten da stehen Schlange primär mal so die größeren Unternehmen oder beziehungsweise Unternehmen mit größeren Projekten eben die mit uns direkt auch im Austausch stehen.
00:25:02: Mit unseren Fachhandelspartnern direkt im Austauch stehen, die eben wiederum mit uns direkt im Austau stehen damit wir ja einfach eine gewisse Zeit lang entsprechende Sourcing betreiben können.
00:25:15: Das kennt so gesehen, das sind Banken.
00:25:17: Das sind aber auch Erproduzierendesgewerbe.
00:25:21: Da gibt es eigentlich keine Fixekarakteristika.
00:25:25: Aber eben was sie gemein haben ist einfach ebenso Sie sind im direkten Austausch mit uns und eben auch mit unseren Fachhandelspartnern.
00:25:32: Das heißt, wenn ich jetzt so eine größere Stückzahl als Unternehmen dann bei euch bestellen will.
00:25:36: Da muss ich einfach Geduld mitbringen weil ihr erst mal schauen müsst wem ihr die aus der Etage holen dürft.
00:25:41: Ja
00:25:42: das kann sein.
00:25:42: also wir haben auch jetzt aktuell haben wir sehr viele oder gehen sehr viele Lots auch quasi unter der Hand eigentlich weg.
00:25:52: Also unter der hand im Sinne von dass sie gar nicht auf unsere kann ich erst auf unsere Plattform gelangen und dort aktiviert werden sondern eigentlich schon zum Zeitpunkt des Rückkaufs von uns dann eigentlich schon allokiert werden.
00:26:05: Ja, ich finde es ganz stark dass das bei Vitra ein Stück weit intrinsisch motiviert passiert
00:26:10: bzw.,
00:26:11: dass man einfach sagt hey Unsere Produkte sind schon von vornherein so gut gestaltet, dass es uns relativ leicht fällt die auch Sorten rein wieder auseinander zu bekommen.
00:26:21: Dazu will ich gleich ja nochmal mit dir einsteigen insbesondere auch welche Rückschlüsse das für die Gestaltung bietet.
00:26:28: Frage aber vielleicht noch mal vorab Die Geschichte scheint ja schon stückweit erzählt zu sein und da draußen schon auch bewusst zu sein.
00:26:36: Ähm, wie über welche Kanäle kommuniziert ihr das?
00:26:39: Und haben wir auch hier unten verlinkt für alle die sich mal anschauen wollen.
00:26:43: Es gibt von Cirque For Contract vom V-Foam, vom Rechare.
00:26:48: Gibt's ganz tolle Subseiten von Vitra wo die Maßnahmen alle beschrieben sind.
00:26:52: aber genau dass das Leute auf sich auf die Vitra Homepage verirren, die das eigentlich erreichen sollte ist ja unwahrscheinlich.
00:27:00: Also wir kommunizieren auf verschiedenen Kanälen also in der Breite Natürlich einerseits auf LinkedIn beispielsweise.
00:27:08: Instagram ist dann mehr unseren Privatkunden oder eben LinkedIn haben wir Business Focus, Instagram stärker den Privat-Kundenfokus.
00:27:16: Unsere Fachhandelspartner kommunizieren sehr aktiv und betreiben auch regelmäßig Events dazu.
00:27:22: Auf Newsletter Seite ist für uns ein interessanter Kommunikationskanal recht aktiv Genau, auf unserer Unternehmens-Website eigentlich schon über alle Kanäle und das ist aber auch mit Sicherheit ein Bereich den wir sukzessive ausbauen werden.
00:27:40: Also wir haben vor ein paar Monaten die Vitra Circle LinkedIn-Page tatsächlich erst aus der Taufe gehoben... Haben wir
00:27:49: auch unten verlinkt?
00:27:50: Super!
00:27:50: Gerne folgen.
00:27:52: Ja gerne folgen, genau.
00:27:54: Mit Sicherheit wöchentlich spannender Updates auch dazu geben.
00:27:57: Das sind Bereiche, die wir ausbühren werden.
00:28:00: Ich würde sagen aktuell Sicherlich auch dem sehr treffend für den Markt kommunizieren wir sehr faktenbasiert.
00:28:08: Im Sinne von, was sind eben potenzielle Vorteile von Refurbish-Produkten?
00:28:15: Ich glaube gleichzeitig werden wir in Zukunft noch mal mehr die emotionalen Komponenten stärker spiegeln weil es gibt da draußen schon einige Kunden, denen ist das refurbishede Produkt eigentlich nicht mehr erklärungsbedürftig sondern Die sind ganz bewusst auf der Suche nach dem refurbisheden Produkt, weil es eben einfach eine Geschichte erzählt und dadurch eben auch wertvoller als ein neuer Produkt.
00:28:40: Und dass so was wirklich belastbar ist, ist ja tatsächlich recht selten.
00:28:43: Deswegen hatte ich gerade auch gesagt das die intrinsische Motivation da wirklich ehrlich zu sich zu sein und das wirklich auch zu können und zu beherrschen bei Vitra schon ein Stück weit einer Leinstellungsmerkmal ist weil da ja regulatorisch jetzt die eine oder andere Böhe unter unsere Flügel kommt mit den Maßnahmen.
00:29:01: also Stichwort digitaler Produktpass Auch dazu haben wir einen Artikel unten Oder der jetzt seit Ende September geltenden MQ-Umsetzung einfach mit strengeren Regeln für Umweltaussagen oder dem digitalen Produktpass eben auch zum Dokumentieren von Material und Reparaturdaten pro Produkt verfügbar zu halten, verpflichtet.
00:29:25: Sehr langesatz!
00:29:25: Aber das dürfte für euch doch dann wahrscheinlich ein leichtes sein bzw.
00:29:29: freut ihr euch vielleicht sogar ein Stück weit dass so was jetzt ein bisschen ernsthafter organisiert wird?
00:29:37: Wir haben schon in den letzten Jahren viel im Markt gesehen, wie kommuniziert wird.
00:29:44: Also für mich so ein Lowlight sind eben Produkte beispielsweise die angepriesen werden mit Klimaneutralität.
00:29:52: Die letzten Endes halt eigentlich genau das gleiche Produkt sind oder beziehungsweise die Produkte sind, die lediglich eine Kompensation erfahren Und irgendwo dem Konsumenten da ein Stück weit schon auch vorgegaukelt wird, das ist eine total in Anführungszeichen grüne Sache.
00:30:08: Das zu machen muss jeder für sich irgendwo selbst beurteilen.
00:30:14: aber am Ende des Tages sagt es halt eben nichts darüber aus wie dieses Produkt hergestellt wurde unter welchen Bedingungen mit welcher Bilanz.
00:30:24: und von daher finde ich bringen die Regularien erst mal eine gewisse Fern ist auch wieder in die Kommunikation von den verschiedenen Herstellern.
00:30:35: Das ist sicherlich sehr gut.
00:30:37: und da der digitale Produktpass wird, wenn er dann auch kommt und ausgerollt wird, ist einerseits Herausforderung für jeden Hersteller, aber gleichzeitig auch eben für die Zweitnutzung.
00:30:50: Es ist natürlich ein Riesenbenefit auch selbst bei Produkten, die perspektivisch irgendwann mal in dreißig vierzig Jahren zurückkommen da dann ablesen zu können aus welchem Material sind sie genau gemacht?
00:31:00: Da sind alle Anleitungen und auch zur Demontage mit.
00:31:02: dabei bringt natürlich eine totale Effizienz auch in den in den Refurbishment Rücknahmebereich gerade vielleicht von eher exoten Produkten ja aber eben auch in der Breite.
00:31:11: also von daher sind das sicherlich auf der einen Seite Herausforderungen, aber auch auf der anderen Seite richtige Dinge die da in Bewegung gesetzt werden.
00:31:21: Ich schieb's noch mal ein für unsere Hörenden nur ganz kurz.
00:31:24: Es gibt ja sogenannte CO-Zertifikate, das heißt es kann ich mir kaufen weil ein Stück Wald dessen CO-zwei ich dann kaufe.
00:31:33: Ja gewisse Mengen CO zwei bindet und dass was mein Produkt in der Herstellung oder auch eine Auslieferung usw.
00:31:39: kommt auf die Zertifikade an, an CO zwei produziert.
00:31:42: Kann ich eben gegenrechnen mit dem Stückchen Wald?
00:31:45: Oder wie auch immer, dass ich dann eben CO zwei kompensiere.
00:31:51: Also in der Vergangenheit meint Produktausweisen als CO-neutral, ne?
00:31:55: Weil eben der CO-Ausstoß neutralisiert ist und genau das soll jetzt enden.
00:32:00: Wir hatten die Frage vorhin so ein klein bisschen zugunsten der ökonomischen Seite in der Schwebe gelassen.
00:32:06: Sag doch gerne noch mal was ihr da zuversichtlich seid auf der öko-logischen Seite gegenüber dem neuen Produkt an CO-Ersparnis mit den refurbished Produkten hinzubekommen.
00:32:16: Ja also im Schnitt sind wir bei ... Zwischen sechszig bis neunzig Prozent CO-Zweihersparnisse gegenüber dem jeweiligen Neuprodukt.
00:32:24: Die Ersparnis kommt primär eben daher, dass wir eine Neuproduktion vermeiden.
00:32:29: jetzt gerade dieses Beispiel von diesen fünfzehn Jahre alten Drehstühlen eben die im Recycling gelandet werden vor vielen Jahren vermutlich und genau durch die Aufarbeitung eben deutlich geringerer Ressourcenverbrauch stattfindet eben durch entsprechende Ersatzteile also eben durch einen neuen Bezug beispielsweise eine neue Gasfeder, wenn sie eben nicht mehr dem neuwertigen Gaslevel auch entspricht durch beispielsweise neue Rollen die wir dann auch für das jeweilige Produkt vorsehen.
00:32:59: Und genau das ist irgendwie immer abhängig natürlich davon eben was ist die Konfiguration des Stuhls?
00:33:04: Wir können das auch kalkulieren tun das auch immer wieder für größere Kunden und größere Projekte Dann auch wirklich nach Auslieferung ... der beispielsweise Stühle, um eben wirklich hergehen zu können und so sagen.
00:33:17: So und so viele Ersatzteile wurden verwendet.
00:33:20: Diesen und jeden Footbrand haben die... ...und approximieren natürlich auch die entsprechenden Emissionen für den Transport.
00:33:27: Und somit können wir ja eine recht gute Aussage treffen oder recht genaue Aussage auch treffen wie viel CO-Zweiersparnisse wir haben gegenüber einem neuen Produkt.
00:33:38: Ja also Vitra ist ja ein Stück weit auch vor allen Dingen auf ökonomischer Ebene sinnvoll.
00:33:46: Das, was ich jetzt natürlich die super spannende Frage finde, weil das ja so quasi die Masterclass der Produktgestaltung ist, ist, was fällt euch denn für die Neuprodukte auf an diesen Designklassikern oder jetzt auch den moderneren Klassikern?
00:33:59: Die ihr dann zurücknimmt wo ihr denkt, ah Mensch hätten wir das mal früher bedacht oder dass vielleicht noch Sorten reiner getrennt oder nicht verklebt oder die Mechanik mit der zusammengelegt oder sowas.
00:34:08: kannst du uns da ein bisschen mitnehmen?
00:34:11: Ja, klar.
00:34:12: Also du hast sehr vieles schon benannt?
00:34:15: Ich glaube also das erst mal das Wichtigste ist eben gerade bei einem Klassiker eben so dieser große Beitrag zur Ressourcenschonung die Langlebigkeit, die Ästhetik an der man sich nicht satt sieht.
00:34:28: Eben viele unserer Klassika sind seit sechszig bis siebzig Jahre schon in der Verbreitung und haben an Relevanz und an Aktualität eigentlich ja keine Einbußen genommen.
00:34:39: Das ist ganz wichtig.
00:34:40: Damals hat man natürlich nicht jedes Produkt mit dem Mindset eher so konstruiert, dass es eben super reparaturfähig in der Fläche auch ist.
00:34:53: Man hat gerade bei den Klassikern sehr stark schon einen Einfluss genommen durch die Materialien – eben sehr viel Aluminium beispielsweise Natürlich aber auch Holz, Polsteroberflächen.
00:35:06: Die sich eben im Zweifelsfall jetzt gerade bei Polster-Oberflächen eben die sich austauschen lassen und dadurch ja einfach sehr gut refurbischen lassen.
00:35:17: So rein zur Konstruktion würde ich sagen sind so die meisten Designs der ... also eben die Zutblicken zu den Sechzig-Siebzige Jahre alt eben nicht so konstruiert, dass man sie perfekt in der Fläche refurbischen kann.
00:35:36: Also diese Stichworte Modularität, Gleichteile Verwendung die haben damals eigentlich eine geringere Rolle gespielt.
00:35:45: Nichtsdestotrotz und das ist natürlich der Vorteil den man als Hersteller hat wenn man das entsprechende Know-how hat Wenn man das entsprechend Tooling hat kann man das durchaus tun Bedeutet einiges an Aufwand, aber es ist möglich.
00:35:58: Also so ein Beispiel der Aluminium und Softpadshare die wir bei uns ausschließlich auch im Werk refurbischen können.
00:36:06: eben das Produkt ist so konstruiert dass man einfach möglichst wenig Verschraubungen beispielsweise sieht sind versteckt.
00:36:14: da muss man einfach erst mal das notwendige Skillset haben die zu demontieren aber insbesondere wieder zu remontieren Und das können erfahrungsgemäß nur wir als Hersteller.
00:36:26: Ja, der hatte ich mich... war ich gespannt wie du es aussprichst ob Aluminium, Chair oder Aluminum.
00:36:34: Der ist ja von die heute dann vollständig zerlegt und aufbereitet werden.
00:36:49: Und meine Hypothese, vielleicht kannst du dazu auch noch mal was sagen, ist dass das vielleicht gar nicht unbedingt nur ein Nebeneffekt ist, sondern dass das ein Stück weit aus der Klarheit, die man versucht in dem Aufbau eines solchen Stühles herzustellen, vielleicht auch so eine gewisse... Ja, Sortenreinheit von Materialien oder auch der Ablauf von Fertigungsschritten und Montageschriten.
00:37:12: Das wirklich die Suche nach einer solchen Einfachheit und nach einer solchen guten Gestaltung, die ja auch dann Reproduzierbarkeit, Minimumanteile-Komplexität usw.
00:37:21: bedeutet?
00:37:21: Absolut!
00:37:21: Dass das eben dazu führt dass das Prozessual sich auch irgendwie förbisch mit gut handeln lässt.
00:37:26: Genau also dieser Minimalismus ist beim Aluminium und Software definitiv der Fall.
00:37:35: Produkt ist oder diese Möbel sind eben wirklich auch so konstruiert, dass sie aus den gleichen Aluminium-Teilen beispielsweise bestehen.
00:37:42: Also der Aluminum-Share mit seiner deutlich schlankeren Silhouette und der Softbed-Shair eben deutlich aufgepolstert ergeben eine komplett andere Ästhetik.
00:37:51: zwar miteinander verwandt Rein konstruktiv dahinter sind es aber die gleichen Teile, die verbaut werden und somit kann man auch spielen.
00:38:01: Man kann auch wunderbar Aluminium-Chairs in Softpad Chairs konvertieren oder eben andersrum.
00:38:07: Also die Klarheit wie du gesagt hast und gleichteile Verwendungen sind definitiv Elemente, die das erst richtig möglich machen.
00:38:18: Also ich stelle mir vor, dass die Fertigung von Aluminium ja auch das mit Material und Energie intensivste ist kostenseitig.
00:38:27: Gibt es da dann jetzt Pläne für neue Vitraserien?
00:38:30: Jetzt kommt wieder so eine Glatteisfrage!
00:38:32: Aber ich will nochmal in Richtung der Zukunft fragen was Ausblick bedeutet, dass man vielleicht auch wirklich die Aluminumteile von Klassikern beibehält und darauf versucht dann noch mal Neues aufzubauen... also brauchst du doch nichts konkret zu sagen.
00:38:43: aber wenn du uns nochmal mitnimmst was gibt's dann vielleicht auch Sitzungen wo ihr sagt hier das sind Findings aus den Refurbishment, wo dann vielleicht mit Kollaborations-, Design-Teams oder sowas ihr drüber schaut?
00:38:57: Ja.
00:38:57: Also wir tun... Sprichst du das Thema Upcycling an oder...?
00:39:02: Vielleicht sogar, ja vielleicht.
00:39:04: Also wenn man den Softpad-Share würde ich jetzt nicht das Abcycling des Aluminium-Gestells nennen, aber es könnte eine Erweiterungsserie sein oder vielleicht sogar dass man das als Erkenntnis nimmt und sagt schaut mal Aluminumgestelle kriegen wir hier im Refurbishment so viele zurück, dass wir merken...
00:39:24: Dass man gar keine neuen mehr produzieren muss.
00:39:26: Stuhlbeine und Untergestellte stehen oder sowas und da könnten wir drauf aufbauen oder so ne?
00:39:32: Also tatsächlich wir bekommen noch nicht ausreichend viele zurück, sodass wir sagen könnten eben wir produzieren keinen neuen Aluminium mehr.
00:39:41: Nichtsdestotrotz finde ich es eine sehr relevante Frage weil wenn man letztendlich das Refurbishede oder Remanufacturede Produkt weiß ist eben wirklich remanufacturing.
00:39:51: Letztendlich ist genau entlang des Neufertigungsprozesses diese Stühle wieder in Stand setzen und das Ergebnis eben gerade nach der Politur, nach dem Schleifen eigentlich neuwertig aussieht.
00:40:04: Kann man sich schon die Frage stellen wiefern muss man denn noch neues Aluminium produzieren?
00:40:08: Wenn wir es schaffen ein solchen Pult zu kreieren dass wir uns vor Ankaufsangeboten gar nicht mehr retten können dann werden wir da sicherlich drüber nachdenken.
00:40:18: zu sagen werden auch schließlich diese?
00:40:22: oder könnte man sich vorstellen würde man darüber nach denken dass man sagt die Aluminumteile Die verwenden wir jetzt auch eben wieder oder quasi für neu herzustellende Produkte, aber an dem Punkt sind wir noch nicht.
00:40:36: Letzte Frage noch dazu dann lasse ich dich da auch von der Angel.
00:40:40: Gibt es so einen Loop in dem ihr neue Produkte oder neue Entwürfe dann vielleicht sogar nochmal aus Refurbishment Perspektive... was so a priori bewerten dürfte, dass ihr die gezeigt bekommt und sagt ja genau also hier wäre cool wenn das Teil vielleicht mit dem zusammengelegt wird oder so.
00:41:00: Also wir sind im Regenaustausch mit unserer Produktentwicklung und unserem Produktmanagement weil eben häufig betrifft es nicht nur eben Produkt Neuheiten sondern eben auch Produkt Updates ich finde gerade bei Updats kann man leicht übersehen sind aber super relevant.
00:41:16: wenn man nach einigen Jahren Nach der Losierung des Produkts, irgendwann mal feststellt kommen wir tauschen was aus.
00:41:24: Machen das Produkt auf eine Art und Weise besser als es davor war.
00:41:29: eben wenn man dort den Fehler macht und eben für keine Kompatibilität mit den Altteilen zu sorgen dann ist das super schwierig.
00:41:38: von daher genau haben wir einen sehr regnen Austausch.
00:41:43: Ja, die Kolleginnen und Kollegen wissen ganz genau was funktioniert und was eben nicht funktioniert.
00:41:49: Und von daher haben wir da mit Sicherheit den einen oder anderen positiven Impuls auch für die Wiederverwendung gegeben im Sinne der Teile Kompatibilität, Gleichteile Verwendungen, Reparierbarkeit herzustellen, Modularität hochzuhalten – also das sind schon bei uns wirklich alle sehr aware und unterlört im Unternehmen!
00:42:11: Hast du abschließend vielleicht noch so was wie ein Tipp für Unternehmen, die da gegebenenfalls noch nicht ganz so weit sind?
00:42:18: Aber denken Mensch das hätten wir für unsere Produktlinie auch total gerne.
00:42:20: Was vielleicht so die Basics sind, die stimmen müssen bevor man sich da sicheren Schrittes weiter bewegen kann.
00:42:28: Also Du meinst jetzt für Unternehmen die Interesse haben Refurbishment-Aktivitäten bei sich zu implementieren?
00:42:36: Ja also ich glaube am Ende gibt's da erstmal Die Grundvoraussetzung, man muss ein Produkt haben, was es wert ist.
00:42:44: Dass über viele Handgriffe wieder ein Stand gesetzt wird.
00:42:49: Eine Parallele, die du schließen kannst, ist das Paar Schuhe.
00:42:54: Nur ein gutes fünftiges Paarschuhe bringt man zum Schuster.
00:42:58: bei einem sehr billigen Schuhpaar lohnt sich die Aufarbeitung nicht und von daher muss eben so die Grundbasis des Produkts stimmen.
00:43:07: Ästhetik, jetzt gerade in unserem Bereich ist auch eben sehr wichtig oder dass man relevant bleibt.
00:43:14: Dass das Produkte sind die gerne aufbereitet werden für die nach wie vor immer einen Markt geben wird.
00:43:22: und ich glaube am Ende des Tages einfach machen Dinge ausprobieren sie nicht erst in Anführungszeichen Tod rechnen.
00:43:30: Ich glaube es ist schon wichtig, dass man einen klaren Plan hat.
00:43:34: aber ich glaube das ist häufig irgendwie was dass ein oder andere Unternehmen auch hat, man macht sehr lange Pläne und geht zu wenig in die Umsetzung.
00:43:45: Und ich glaube am Ende des Tages ist Refurbishment eben als Hersteller wenn man die Kompetenzen hat.
00:43:51: es ist jetzt auch keine Rocket Science weil man die die Kompetenzen hat weil man eben die Erfahrung mit sehr vielen Jahrzehnten der Nutzung hat und von daher nur der Versuch macht klug.
00:44:06: Jetzt hatte ich schon gefragt, ob du abschließend noch anmerkst.
00:44:09: Aber jetzt kommt mir doch noch eine Frage.
00:44:12: Du hattest ja gesagt, dass ihr sogar die laufende Produktionslinie in Teilen nutzt um große Stückzahlen dann da aufzubereiten?
00:44:18: Ja
00:44:19: genau das ist so.
00:44:20: also wir haben eben jetzt gerade beim Aluminum und Softpad chair geht es auch gar nicht anders der muss über die Linie wieder entstandgesetzt werden.
00:44:29: Das aber auch bei anderen Produkten eben die wären in entsprechenden Volumina dann auch eben wieder Reassemblen, das läuft über unsere reguläre Produktionslinie dann auch.
00:44:40: Was eben einfach den Vorteil bringt man muss nicht eine zweite Linie aufbauen baut nicht irgendwie jede Menge Fixkosten auf sondern eben man nutzt das was man hat.
00:44:50: Das haben wir recht früh begonnen.
00:44:52: nur gleichzeitig ist es auch wichtig eben so einen Arm zu haben für eben nicht standardisierte Tätigkeiten also wie die Demontage Jetzt gerade bei Produkten, die zwanzig, fünfundzwanzig Jahre lang im Einsatz waren.
00:45:03: Da kann das mal länger dauern, mal ein bisschen kürzer dauern.
00:45:08: Das ist einfach ganz essentiell, dass man da außerhalb des Taktes agieren kann und aber eben da wo die Tätigkeiten eigentlich sehr ähnliche sind auch dazu nutzen was man bereits hat
00:45:20: Stark.
00:45:21: Ja, deshalb fand ich es noch mal relevant jetzt mit Blick auf andere Unternehmen und dass vieles was sich aktivieren lässt oder was für so einen Kreislauf notwendig ist womöglich schon im Unternehmen ist und sich vielleicht dann ein Phasen lässt in Momenten an denen die neue Produktion vielleicht sogar gerade brach liegt.
00:45:37: vielleicht auch nur Gehäuse Teile aufzuarbeiten und den Kern dann auszutauschen finde ich einen sehr sehr spannenden Vielleicht sogar Schlachtruf.
00:45:47: Seismografisches Zentrum der Zirkularitätsaktivitäten in vielen Unternehmen.
00:45:53: Und ich danke dir ganz, ganz herzlich für das Gespräch!
00:45:56: Vielen Dank Moritz!
00:45:58: Das war der Design Prospektives Podcast.
00:46:01: Wenn euch die Folge gefallen hat freuen wir uns über ein Abo und natürlich wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört Habt Ihr Fragen Feedback oder Themenwünsche.
00:46:10: schreibt uns gerne an podcastatgdc.de.
00:46:14: Wir hören uns.
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